Hexen
Sie
ist wunderschön, Feuer brennt in ihren Augen
Ihr Lächeln ist so kalt und eisern, verborgen unter
dem Gehabe
Und sie dreht sich, kokettiert, spielt, bis alle ihr vertrauen
Bis jeder Zweifel abfällt
Mit
jeder Sekunde, jedem Schritt, kommt es näher, näher
Ich sehe zu, wissend was gleich passieren wird
Ich sehe zu, bangend und gebannt und tue nichts mehr
Weil ich es will
So schnell
vorbei, so exakt der Schlag
Kein Laut, kein Geschrei, stummer Schmerz
Kann nicht wegsehen, obwohl ich's nicht ertrag
Den Blick aus einem abgetrennten Haupt
Sie
hat bekommen, was sie wollte jedoch nicht braucht
Ihr alter Körper sackt zu Boden, sterbend doch schon
lange tot
Ich seh' die Augen meiner Mutter, deren Odem längst
verhaucht
Seh' ihr Gesicht und weiß: sie ist es nicht
Und
Kindertränen überall, tausend unschuldige Schreie
Es sind nicht die Ersten und sie werden nicht die Letzten
sein
Ihre Gier kennt kein Erbarmen, kein Ende, keine Weihe
Nichts was sie befreien kann
Ich
drehe mich herum, einen Spiegel suchend
Der Blick fällt auf mein schwarzes Kleid, schwarz und
blutbesudelt
Und plötzlich erkenne ich, mich selbst verfluchend
Ich bin genau wie sie