Was
ist Tarot?
Es geht
um Kartenlegen, so wie das früher bei den Wahrsagern
eben war. In Filmen gibt es da oft diese Hexen und alten
Frauen, die alle möglichen und unmöglichen Dinge
in ihren Karten sehen und weissagen. Oder sie sehen die
Zukunft vorraus und dadurch wird der Held dann gerettet
und alles wird gut. Das ist immer ungemein magisch und geheimnisvoll.
Praise the cliché! ;)
In der Realität ist das natürlich ganz anders.
Man hat 78 Karten (22 Trümpfe, die man große
Arkana nennt und 56 Karten, die aus vier Farben zu je vier
Hofkarten und den Nummern As bzw 1 bist 10, das kleine Arkana
bildend) von denen jede eine bestimmte Bedeutung hat. Die
Bedeutung kann man eher auf energetischer Ebene verstehen,
als sie in kurze Worte zu fassen. Es ist zb Unsinn, zu sagen,
wenn ich eine bestimmte Karte lege, dann wird ein schwarzhaariger
Polizist morgen an meiner Tür klopfen. Viel mehr beschreiben
die Karten gewisse Zustände, körperlicher, geistiger
und auch gefühlsmäßiger Natur. Ich ziehe
jetzt einfach eine Karte als Beispiel heran, den Turm. Er
steht für einen Umbruch, für das Aufbrechen alter
Werte oder auch für eine neue Idee, einen Geistesblitz.
"Was" er jetzt wirklich bedeutet, das kann nur
der Leger intuitiv entscheiden. Und um das zu können
reicht es nicht, sich einfach die Namen der 78 Themen auf
Zettel zu schreiben und daraus zu ziehen. Beim Tarot geht
es um das Unbewusste. Und was ist unbewusst? Träume,
ja genau. Und Träume sind Eindrücke. Eindrücke
schafft man durch Bilder und hier kommen die Karten ins
Spiel. Man braucht Bilder die genau das ausdrücken
wofür die jeweilige Karte steht. Man muss als Deuter
die Bedeutung richtig spüren können, denn sobald
man nachdenken muss, besteht die Gefahr dass der Verstand
sich den Aspekt rauskramt, der ihm grad in den Kram passt.
Außerdem ist es enorm mühsam, wenn ich ein Legesystem
mit 10 Karten habe und dann liegen an einer sehr wichtigen
Position 4 Kelche und ich muss erstmal überlegen, was
das eigentlich für eine Karte ist und was sie hier
bedeuten "könnte". Darum brauch ich ein Bild,
das mir auf den ersten Blick alles sagt, was mein Unterbewusstsein
braucht, um die Bedeutung zu verstehen. Und deshalb gibt
es Hunderte von Decks auf dem Markt, obwohl im Prinzip alles
dasselbe ist.
Tarot kann Dinge bewusst machen, die man an sich und anderen
nicht sehen will. Tarot kann nicht in die Zukunft sehen,
wobei es bei zukunftsweisenden Karten eine gewisse Wahrscheinlichkeit
gibt, dass es so kommt, wenn die Dinge weiter so laufen
wie sie es gerade tun. Meist sind das aber wirklich logische
Folgen und mit dem Erkennen dessen, ist es einfacher was
zu ändern. Tarot darf man nicht als die absolute Wahrheit
sehen und keinesfalls darf man sein Leben daran hängen.
Manche Menschen "können" auch nicht Kartenlegen
oder sie tun es so subjektiv, dass die Karten nur das zeigen
was sie gerne sehen wollen. Darum ist es auch gefährlich
für sich selbst zu legen, vorallem als Anfänger.
Labile Menschen sollten es auch besser lassen, aber viele
Menschen (wie ich) sehen Tarot als eine Möglichkeit
viel über sich selbst und die Umwelt zu lernen.